Archiv für den Monat: August 2013

Deutsche Zeit fordert von Politikern „Mehr Kampfgeist für ein Neutrales Netz“

Netzneutralität ist die Basis für ein Internet, das allen offen steht. Fällt dieses Prinzip, verdirbt die Netzwelt, die wir kennen. (…) Außerdem gehört zum Zwei-Klassen-Netz auch die Überwachung von Inhalten: Der Provider muss ja irgendwie wissen, welche Daten Vorrang haben sollen und welche nicht. Die Techniken, die verwendet werden, um Datenpakete zu priorisieren, ermöglichen auch Zensur. Sie ignorieren die Privatsphäre von Nutzern. (…) Zu kompliziert, zu technisch, zu langweilig? Welcher Politiker aus diesen Gründen Netzneutralität als Wahlkampfthema ausschließt, hat nicht verstanden, wie wichtig sie ist.

So kritisiert Angela Gruber in der Zeit zu Recht die PolitikerInnen. Wir Grünen wollen in der Schweiz diesen Fehler nicht machen und haben deshalb damit begonnen, auf www.netzneutralitaet.ch einfache und vertiefende Informationen zur Netzneutralität aufzuschalten. Momentan ist die Seite noch simpel und klein. Wer sich beim Ausbau beteiligen will, ist aber herzlich eingeladen – auch als Nicht-Grüne oder -Grüner!

Studie zeigt: Netzneutralität fördert Innovation

Wie heise.de berichtet, hat das niederländische Wirtschaftsministerium hat eine Studie zu den Auswirkungen von Netzneutralität in Auftrag gegeben. Dieses zeigt die Vorteile der Netzneutralität für die Innovation im Internet auf. Einleitend fasst die Studie (PDF) zusammen:

Network neutrality enhances innovations by small content and application providers (CAPs), but it also provides benefits for large CAPs and internet service providers (ISPs). Network neutrality affects innovation incentives positively by effectively reducing market power of internet service providers and increasing connectivity between endusers.

Das Fazit: Kleine Content- und Application Provider würden ohne Netzneutralität höhere Markteintrittsschwellen erhalten. Heise fasst zusammen:

Indem die Überholspuren nur bestimmten großen Inhalte- und Anwendungsanbietern offeriert werden, steige die Marktmacht der Internet Service Provider mit der Möglichkeit, Preise weitgehend unabhängig von Wettbewerbern und den tatsächlichen Kosten setzen zu können. Daneben entstünden „negative externe Effekte“, wenn potenzielle neue Anbieter von Inhalten und Awendungen gar nicht erst auf dem Markt in Erscheinung träten. Eine Verpflichtung zur Netzneutralität wirke diesen beiden Formen des Marktversagens entgegen, indem sie die Konnektivität zwischen Endnutzern und CAPs unterstütze und auf diese Weise für ein vielfältiges Angebot sorge.

Mehr: http://www.heise.de/